Asiatische Hornisse

🐝 Vespa velutina in Deutschland – eine invasive Herausforderung

Vespa velutina, die Asiatische Hornisse, breitet sich seit einigen Jahren zunehmend in Deutschland aus. Ursprünglich aus Südostasien stammend, gelangte sie über Frankreich nach Europa und hat sich inzwischen in mehreren deutschen Bundesländern etabliert. Ihre Ausbreitung wird durch Globalisierung und Klimawandel begünstigt.

🔍 Erkennungsmerkmale

Die Asiatische Hornisse ist kleiner als die heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro) und lässt sich gut unterscheiden:

  • überwiegend dunkler Körper,
  • gelbe Beine,
  • orangefarbener Kopfbereich.

Diese Merkmale machen sie im Feld relativ eindeutig identifizierbar.

🌍 Verbreitung in Deutschland

Die Art hat sich vor allem im Westen Deutschlands etabliert und dehnt ihr Gebiet stetig aus. Offizielle Fundmeldungen werden jährlich kartiert – 2025 gab es bereits zahlreiche bestätigte Nachweise in mehreren Bundesländern.

Auch neue Regionen wie Sachsen-Anhalt melden inzwischen Erstfunde, was zeigt, wie dynamisch sich die Art ausbreitet.

🏡 Lebensweise und Nestbau

Vespa velutina baut zwei Nesttypen:

  • Primärnester im Frühjahr in geschützten Hohlräumen (z. B. Schuppen, Rollladenkästen, Hecken),
  • Sekundärnester ab dem Sommer hoch oben in Baumkronen.

Diese großen, kugelförmigen Nester werden oft erst im Herbst sichtbar, wenn die Bäume ihr Laub verlieren.

Ein weiterer Unterschied zu heimischen Arten: Unter besonders warmen Bedingungen kann sogar ein gesamtes Volk überwintern, nicht nur die Jungköniginnen.

🐝 Auswirkungen auf Ökosystem und Imkerei

Die Asiatische Hornisse gilt als invasive Art, weil sie:

  • intensiv Honigbienen jagt,
  • lokale Bestäuberpopulationen beeinträchtigen kann,
  • durch große Staaten (bis zu 2.000 Tiere) eine hohe Jagdaktivität entwickelt.

Für Imkerinnen und Imker stellt sie eine wachsende Herausforderung dar, da sie Bienenstöcke regelrecht belagern kann.

🛡 Umgang & Meldung

Da Vespa velutina eine invasive Art ist, wird ihre Ausbreitung in Deutschland eng überwacht. Bürgerinnen und Bürger können Sichtungen über regionale Meldeportale oder Projekte wie Projekt VELUTINA melden.

Eine fachgerechte Bekämpfung ist wichtig, da unsachgemäße Eingriffe gefährlich sein können und die Art sich sonst weiter etabliert.

📌 Fazit

Vespa velutina ist längst kein Einzelfall mehr in Deutschland. Die Art breitet sich kontinuierlich aus und stellt sowohl für die heimische Insektenwelt als auch für die Imkerei eine ernstzunehmende Herausforderung dar. Gleichzeitig ist eine sachliche Einordnung wichtig: Die Asiatische Hornisse ist nicht die gefürchtete Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia), die in Europa nicht vorkommt.